Un-WoWort
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Zur Wahl des Un-WoWortes des Jahres
Seit 2005 wählt die "Kommission zur Findung des Un-WoWortes des Jahres" im jährlichen Rhythmus aus der Summe der Zusendungen und Vorschläge der Bürger, Bürgerinnen und Heilbots Aegwynns das Un-WoWort des Jahres. Gesucht sind dabei sachlich grob unangemessene Wörter und Formulierungen im Zusammhang mit World of Warcraft.
Derzeitiger Vorsitzender dieser Kommission ist Stimme.
Un-WoWort des Jahres 2005
Transe
Der Gebrauch dieses Begriffes hat sich epidemieartig über die Hauptstädte Azeroths ausgebreitet. Wie oft liest man im allgemeinen Chat: „Ich Transe Arkanit“. Sicherlich ist der/die Arkanit ein(e) Mann/Frau, der/die unsicher über seine/ihre Geschlechterzugehörigkeit ist und diesen Weg beschreitet, um Klarheit über seine/ihre Gefühle zu finden. Doch ist dies die falsche Entscheidung! Denn so drängen sich lediglich unzulässige Assoziationen sexueller Unsicherheit und Geschlechterwechsels mit einer Verstümmelung des in der mittelalterlichen Alchimie oft angewandten Terminus „transmutieren“ auf. Verwechslungen tragischer Art sind unvermeidlich. Aus diesem Grunde wurde „Transe“ zum Un-WoWort des Jahres 2005 gewählt. Die Kommission legt weiterhin jedem sexuell unentschlossenen Bürger Azeroths nahe, in Zukunft folgende Wortwahl zu treffen: „Ich, Arkanit, geschlechtsbedingt in einem Identitätskonflikt“.
Angstblase
Diese Wortbildung, die auf die Fähigkeit „Gottesschild“ der angesehensten aller Klassen abzielt, verleitet unberechtigterweise zu der Annahme, der sie auslösende Paladin würde dies aus Furcht tun. Das Gegenteil ist der Fall. So schafft der Paladin vielmehr in einem angsterfülltem Umfeld, erzeugt durch sein heroisches Auftreten und seinen gewaltigen Schadensausstoß, durch sein „Imba“schild einen angstfreien Raum um sich. Die korrekte Bezeichnung wäre daher Angstfreiblase.
Rouge
Diese schönfärberische Bezeichnung der immer wieder gerne (nicht) gesehenen Klasse der Schurken treibt jedem ehrlosen Bürger die Schamesröte ins Gesicht. Ein klarer Teint weg von der Verwendung dieses Begriffes ist leider nicht auszumachen. Andersweitige Behauptungen sind Wahrheitskosmetik und dienen lediglich dazu, Tatsachen zu verdecken und die Realität zu übertünchen. Die Kommission zur Findung des Un-WoWortes des Jahres 2005 hofft inständig, dass diese Bezeichnung in Zukunft nicht mehr ertönt.
Imba (Sonderpreis für Bedeutungswandel)
Erstmals zeichnet die Kommission zur Findung des Un-WoWortes des Jahres 2005 einen Terminus mit einem Sonderpreis aus: Der Begriff „Imba“, neben den Artikeln „der, die, das“ das am häufigsten Wort innerhalb der WoW, erfährt zur Zeit einen bemerkenswerten Bedeutungswandel, der dieses Un-WoWort zu einem potentiellen WoWort des Jahrhunderts reifen lässt. So lassen sich immer öfter Fälle belegen wie „Du glaubst wohl, Du seist imba!“, in denen der eigentlich negativ belegte Begriff „unausgeglichen“ plötzlich zu der positiven Bezeichnung „übermächtig“ transmutiert. Weiterhin berichtet wurden Anwendungen im Sinne von „miserabel“, „unbesiegbar“, „nicht durchschaubar“, „zum Verständnis zu zeitaufwendig“. Nach Meinung der Kommission besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Begriff imba bereits in naher Zukunft einen Großteil der deutschen Adjektive verdrängt und so signifikant zur Verschlankung des aktiven Wortschatzes beigetragen haben wird.
Un-WoWort des Jahres 2006
[2. Handel] [Légôlàs]: LFM HEAL UBRS MIT KEY DANN GOGOGO"
Dieser Satz, das Un-WoWort 2006, steht symbolisch für ein Phänomen, das im zweiten Halbjahr 2006 im Zuge des "Heilstreiks" mit dem zunehmenden Verschwinden der Hollyprists und Restrodudus, der Healschammis und Schutzpallas einherging. Immer häufiger tauchten entsprechende verzweifelte Hilfeschreie nach heilender Unterstützung auf. Dies geschah natürlich nicht im alsbald abgeschafften SuchenachGruppe-Channel, da die betreffenden Zielpersonen diesem oft gar nicht angehörten. Und der nötigen Dramatisierung halber mussten sie selbstverständlich in Großbuchstaben erscheinen und mit einem motivierenden GOGOGO abgeschlossen werden. Die mangelnde Kreativität des FMLookenden zeichnete sich dabei oft durch eine Anlehnung an einen Herr-der-Ringe-Namen aus, der flugs durch willkürlich gewählte Akzente individualisiert wurde.
Laaag!
Als im Spätsommer der Aegwynnserver immer öfter in die Knie ging und selbst die aus der Konkursmasse der russischen Raumfahrtindustrie erworbenen 80386er-Prozessoren keine Abhilfe schufen, schossen nicht nur unzählige Jammerthreads aus dem Boden, auch zahlreiche Raids scheiterten unter hilflosen "Laaaaaag"-Rufen. Auch nachdem die Netzwerkprobleme behoben waren, blieb dieser Audruck ein fröhlicher kleiner Begleiter im WoW-Alltag. Wann immer eine kleine Pause im Schlachtfeld gewünscht ist oder gerade stolz die eigene SMS-Nachricht auf Viva betrachtet wird, jeder weiß, dass er nach einigen Minuten mit einem herzhaften "Laaaaaag" wieder an den Rechner zurückgelangen kann und die inzwischen tot auf dem Boden verstreute Gruppe mitleidig-verständnisvoll dies als Entschuldigung abnickt. Wer früher noch mühsam hinter den Rechner kletterte, sein Netzwerkkabel zog und ständige Disconnects vortäuschte, um seiner katastrophalen Gruppe zu entkommen, die um halb drei morgens bereits das viete Mal in Scholomance wipte, erreicht dies nun problemlos mit einem von traurigen Smileys begleiteten "sry leutz aber hab riesenlaaags ihr seit besser ohne mihc dran". Sekundenschlaf, Heilunlust, Overnuken. Laaag sei Dank alles kein Problem mehr.
Wer
Vielleicht merkte es neben Dukat noch wer. Das Verschwinden des Begriffes jemand.
"Hat wer [Essenz der Luft]?"
"Ist hier wer, der die Pre-Quest noch machen muss?"
"Kennt wer wen wo +25 Agi auf 2H kann?"
Der Untergang des sympathischen kleinen, aber anscheinend zu komplexen "jemand" ist offensichtlich. Doch nicht nur das. Ganze Gilden orientieren sich bereits nach diesem Trend und ändern ihre Titel in wer-konforme Namen. Was hatten sich die Jemandwölfe bloß dabei gedacht.
Es wird Zeit, dass wer etwas dagegen tut. Weret den Anfängen!
ì
Ein Sonderpreis geht dieses Jahr an ein Sonderzeichen. Das ì. Ein naher Verwandter des uns geläufigen i. Und nebenbei Verursacher von ökonomischen Schäden in geschätzter Millionenhöhe. Wieviele Warensendungen und Goldbeträge gehen täglich verloren und erfreuen unbeteiligte Dritte, weil der Empfänger nicht Gimli, Gímli, Gimlì, sondern Gîmli heißt. Bereits ein Jahr nach dem Start von World of Warcraft war der Namenspool offensichtlich derart depletiert, dass verzweifelte Twinkersteller in Ermangelung von Phantasie ihr Heil in 'í's und 'ì's suchen mussten. Leidtragend war die große Zahl der Spieler, die nicht über kybernetische Augenimplantate oder hochauflösende "5120 x 3840"-Pixel-Monitore verfügte.
Un-WoWort des Jahres 2007
Leechen
„If you can’t reach it - leech it“. Wie aus dem Nichts tauchte dieser Begriff auf und verbreitete sich schneller in der WoW als vor zwei Jahren die „Corrupted Blood“-Seuche Hakkars. Nichts, was heutzutage nicht geleecht werden kann. Ehrenhafte Siege, Arenapunkte, Gold, Epixxe, Herrenstrümpfe, Nagellack. Sogar Früchte wurden inzwischen nach diesem Term benannt (ebenso wie die Bereitsteller vieler Leechdienstleistungen aus China stammend). Leechen ist in – fast niemand findet es egelig. Dem trägt Blizzard in unnachahmlich populistischer Art und Weise natürlich Rechnung - mit dem kommenden Addon „Wrath of the Leech King“. Dabei weiß ein jeder: Wo leech ist, ist auch Schatten.
E-Sport
Die Adaption des Begriffs E-Sport („Iiihh, Sport“ ausgesprochen) im Zuge der Arenaeinführung war der geniale Schachzug Blizzards, ihr MMORPG in eine Liga mit Diskuswerfen, Triathlon und Synchronschwimmen zu katapultieren. Zehntausende Mütter können beruhigt aufatmen, wenn der Jüngste von nun an nach dem Abendessen verkündet, noch ein bisschen Sport zu treiben, anstatt wie früher vor dem PC rumzugammeln. Auch wenn es teilweise recht e-unsportlich zugeht, wenn S3-Ferraris T0-Mazdas überrollen. Doch zumindest agieren die Arenabetreiber im Bereich der Dopingkontrollen vorbildlich: das Anwenden sämtlicher leistungssteigernder Elixiere, Gebräue und Salben ist untersagt. Und Eigentrollbluttrankdoping wird unnachgiebig verfolgt.
Wie
Wie es im letzten Jahr immer mehr in Mode gekommen ist, oft wenig bis nichts aussagende Sätze mit diesem an und für sich harmlosen Wort anzufangen. Und diese mittendrin mit einem Punkt zu beenden - im besten Falle, denn meist läuft der Satz sinn- und interpunktionsfrei komplett aus. Der geneigte Leser sollte sich am besten einfach immer ein „,kann ich nicht beurteilen.“ hinzudenken. Dann machen Beiträge der Art „wie du halt mla gar nix drauf hasst“ auch wieder Sinn.
ADS
Zum Schluss möchte die KzFdU2007 noch die Gelegenheit ergreifen, ein ernstes Thema anzuschneiden. Immer häufiger wurde im vergangenen Jahr von Fällen berichtet, in denen verzweifelte, erkrankte Spieler um Hilfe und Therapie suchten. Die Rede ist von ADS. Laut Wikipedia ist die Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS) „eine bereits im Kindesalter beginnende psychische Störung, die sich primär durch leichte Ablenkbarkeit und geringes Durchhaltevermögen sowie [...] der Neigung zum Handeln ohne nachzudenken auszeichnet“. Betroffene finden sich vor allem auf Allianzseite in den Schlachtfeldern. Oder im Handelschannel, wo sie nach Selbsthilfegruppen (ugs. Stammgruppen) suchen. Jeder kann und sollte helfen. Durch geduldiges Zureden. Durch Eigeninitiative. Durch vorbildliches Handeln. Damit es auch in Zukunft wieder öfters heißt: „2000:1670. Die Allianz gewinnt!“.